Geschichte von MEOS Svizzera
Nach dem 2. Weltkrieg verfügte die Schweiz als eines von wenigen
europäischen Ländern über eine intakte Industrie und eine unversehrte
Infrastruktur. Bis Mitte der 1960er-Jahre erlebte die Schweiz daher einen noch
nie da gewesenen Wirtschaftsboom: Das Bruttosozialprodukt pro Kopf stieg
zwischen 1950 und 1973 um fast hundert Prozent. Ein solch beispielloses
Wachstum war aber nicht möglich ohne zusätzliche ausländische Arbeitskräfte.
Zwischen 1950 und 1970 stieg der Ausländeranteil von gut 6 auf mehr als
17%. 1970 wohnten bereits mehr als eine Million Ausländer in der Schweiz
(bei insgesamt 6,3 Millionen Einwohnern).
In der ersten Hälfte der 1960er-Jahre vollzog die Schweizer Ausländerpolitik
eine Kehrtwende: Die Behörden hatten erkannt, dass die Ausländer ein
wichtiger Bestandteil der hiesigen Wirtschaft geworden waren. Ein hoher
Ausländeranteil wurde nun als Dauerzustand angesehen. Anstatt die
Gastarbeiter weiter zwischen der Schweiz und ihrem Herkunftsland «rotieren»
zu lassen, wurde eine verstärkte Integration der im Land anwesenden
ausländischen Arbeiter angestrebt. Die Frist für den Familiennachzug wurde
von 36 auf 18 Monate verkürzt, und es wurden mehr langfristige
Aufenthaltsbewilligungen, so genannte C-Ausweise, ausgestellt. Italiener, die
nun teilweise ausblieben, da es für sie attraktiver geworden war, in der neu
entstandenen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) zu arbeiten,
wurden von Spaniern, Portugiesen, Griechen, Jugoslawen und Türken
abgelöst.
Ebenfalls in der ersten Hälfte der 1960er-Jahre machten sich Christen aus der
Schweiz Gedanken, wie sie auf diese Herausforderung reagieren sollten.
Am 3. Dezember 1963 wurde MEOS Svizzera als Verein von Fürsprecher Fritz
von Steiger (Vereinspräsident), Prediger Ephraim Scholl (Vizepräsident) und
Karl F. Grieder (Missionsleiter) gegründet, MEOS Svizzera, «Missione Evangelica
per Operai Stranieri in Svizzera».
Der Auftrag des Vereins war, unter den italienischen Gastarbeitern die Liebe
Gottes bekannt zu machen. Im Frühling 1964 konnte mit Gerhard Jack-Spanu
der erste Missionar für diese Volksgruppe angestellt werden. Das Sekretariat
wurde von Frau Marta Berger betreut. 1965 folgte Enos Manelli als zweiter
Mitarbeiter unter Italienern. Bald schon kam der Einsatz unter Spaniern,
Portugiesen, Griechen, Jugoslawen und Türken dazu.
1964 wurde die Schriften- und Schallplattenmission (heute MEOS Medien) in
ca. vierzig Sprachen gestartet.
1965 führte MEOS Svizzera die erste Kalenderaktion durch. Es konnten
achthundert italienische und vierhundert spanische Tagesabreisskalender
verteilt werden.
1966 wurde Peter Hausammann als dritter und 1967 Ladislau Aranyi als
vierter Ausländermissionar angestellt. Ab 1967 half auch Frau J. Rellstab im
Sekretariat mit.
Bis 1975 entwickelte sich die Arbeit weiter, so dass elf Mitarbeiter bei MEOS
Svizzera tätig waren. 1979 war der erste Einsatz mit einer eigenen
Übersetzungsanlage an einer Evangelisation in Schaffhausen.
1983: MEOS Svizzera feierte das 20-jährige Jubiläum. Der damalige
Vereinspräsident Hans Bösch schrieb zu diesem Anlass: Was bedeutet dies?
20 Jahre Glauben, dass Gott will, dass allen Menschen geholfen werde, 20
Jahre Liebesarbeit an unseren Fremdlingen und 20 Jahre Hoffnung auf
Bekehrung und Bewährung von Ausländern … Der HERR hat Grosses getan! ER
hat Menschen errettet … Tiefer Dank zu Gott erfüllt unsere Herzen.»
2008 – zum 45-jährigen Jubiläum – schrieb der Missionsleiter, Martin
Saegesser: «Wir schauen zurück auf mutige Gründerväter, auf den Aufbau und
die Festigung des Werkes, auf Mühe und Arbeit, auf Saat und Ernte. Wir
denken an Zeiten des Mangels und an Zeiten des Segens, an Tage des Flehens
und Tage der Gnade. Immer aber sehen wir die Treue unseres Gottes. … MEOS
Svizzera sieht sich als den verlängerten Arm der christlichen Gemeinde, mit
kulturellem Wissen und transkultureller Erfahrung.
Mit Gottes Hilfe möchten wir diesen Dienst auch in Zukunft tun.»
Leitung seit der Gründung
Karl F. Grieder, Dezember 1963 bis Juli 1971
Jacques Brunnschweiler, Juli 1971 bis Januar 1973
Karl F. Grieder, Februar 1973 bis September 1974
Hans Bösch, Oktober 1974 bis August 1977
Peter Hausammann, September 1977 bis April 2003
Martin Saegesser ab April 2003
Marta Berger
Ladislau Aranyi
Gerhard Jack-Spanu
Peter Hausammann
Enos Manelli
Seitenanfang
MEOS Svizzera